Hitzeschutz bieten, wo er nötig ist - Nicht wo er nur auffällt!

Die Hitzewelle der zweiten Junihälfte war kein einmaliges Ereignis, sondern das Ergebnis der von Menschen verursachten Klimaerwärmung. 

Durch den von uns gestellten Antrag auf Bericht  über die erste Hitzewelle des Jahres 2026 und geplante Maßnahmen für einen verbesserten Klimaschutz haben wir als Fraktion eine wichtige Debatte angestoßen. 


Rund 10.000 Hitzetote seit Anfang des Jahres zeigen: Die Klimaerwärmung steht nicht schüchtern vor der Tür – sie hat es sich schon längst auf dem Sofa bequem gemacht.

Neben den Schritten zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2045 sind daher auch umfassende Maßnahmen zum Schutz der Menschen vor den Auswirkungen immer heftigerer Hitzeperioden, Trockenheit und extremer Wetterlagen unabdingbar.
Der Schutz der Bevölkerung muss hierbei mit Plan, konsequent und flächendeckend angegangen werden.


Es gilt, Hitzeschutz dort zu bieten, wo er nötig ist – nicht primär dort, wo er auffällt.


An den Folgen der Erderwärmung leiden in Kreuztal ebenso Anwohner der umliegenden Ortschaften wie die der Stadtmitte.


Was ist also mit den Bewohner*innen in Stendenbach, Osthelden und Kredenbach für die der nächste Getränkemarkt nicht fußläufig erreichbar ist?
Was ist mit den Bewohner*innen der Erlersiedlung, die - aus ihren überhitzten Mietwohnungen im 8. Stock vertrieben - nach Schutz vor der Hitze suchen?
Was ist mit den Schülerinnen und Schülern, die in der 6. Stunde bei 32°C Kurvendisukussion verstehen sollen?
Aber vor allem: Was ist mit zukünftigen Generationen, die in einer sich stetig erhitzenden Welt groß werden, in der der Schatten unter dem Baum nicht nur “ganz nett” ist, sondern ein kostbares Privileg?


Der zur vergangen Sitzung gestellte Antrag der SPD-Fraktion hat zu all dem keine Antwort.

Für uns sieht konsequenter Hitzeschutz so aus:

  • Im gesamten Stadtgebiet sind kostenlose Refill-Stationen einzurichten, die Trinkwasser bereitstellen. Diese könnten beispielsweise in Schulen oder an Sportstätten aufgestellt werden. 
  • Die Einrichtung kühler Räume sollte geprüft werden. Dort könnten Menschen zum Schutz ihrer Gesundheit ihre überhitzten Wohnungen wenigstens für einige Stunden verlassen und sich abkühlen. 
  • Ein wirksamer Hitzeschutz auf weitläufigen asphaltierten Flächen, zum Beispiel durch Mobile vertikale Gärten ist vorzusehen. Andere Städte gehen da mit gutem Beispiel voran.

„Die Zeit der Kettensäge ist vorbei“:

  • Weitere Versiegelung von Flächen sollte dringend vermieden werden; das Abholzen von Bäumen – insbesondere im Stadtkern – ist zu unterlassen.
  • Zudem könnte die Stadt Eigentümerinnen und Eigentümern durch Beratung und Unterstützung bei Fassaden- und Dachbegrünung fördern. Für die bereits bestehende Förderung solcher Maßnahmen muss mehr geworben werden!
  • Insbesondere sollten Maßnahmen zur Entsiegelung asphaltierter und gepflasterter Flächen getroffen werden.

Wir begrüßen den Beschluss zur Berichterstattung und Priorisierung verbindlicher Hitzeschutzmaßnahmen im gesamten Kreuztaler Stadtgebiet und werden uns konstruktiv daran beteiligen.
 



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