Diskussionsrunde mit Norwich Rüße (MdL) am 03.Juli

Die Kreuztaler Grünen hatten Norwich Rüße (MdL und selbst Landwirt) zu einer Diskussionsrunde zu folgenden Themen eingeladen: Afrikanische Schweinepest (ASP), Umgang mit den vermehrt auftretenden Wölfen und Probleme der Landwirtschaft im Mittelgebirgsraum.


Vor knapp 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und der Moderation von Dieter Gebauer stand Norwich nach einem Eingangsvortrag zu obigen Themen den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern gern Rede und Antwort. Er betonte wie wichtig es sei, das Leben von Mensch und Tier in unserem dicht besiedelten Bundesland in Einklang zu bringen.
Aktuell bereitet den Schweinezüchtern ASP in unserem Bundesland zunehmend große Sorgen. ASP zu bekämpfen wird augenblicklich versucht, durch Schutzmaßnahmen wie Zaunbau und intensive Bejagung der Wildschweine. Dadurch soll die Existenz der Schweinezüchter gesichert werden. Die Entwicklung von wirksamen Impfstoffen laufe zur Zeit auf Hochtouren.
Bis jetzt ist es noch so, tritt auch nur ein einziger Fall eines mit ASP infizierten Schweins innerhalb einer großen Schweinezucht auf, dann hat das zur Folge, dass ausnahmslos alle Tiere dieser Zucht getötet werden müssen.  


„Das ist grausam, das kann doch niemand wollen“. Sagte Rüße.
Das zwinge manchen Schweinezuchtbetrieb zur Betriebsaufgabe.
Auch das „Entnehmen von Problemwölfen“, wie es in der Fachsprache heißt, sei nicht einfach aber oft notwendig. Schließlich hätten diese Wölfe nicht groß „Problemwolf“ auf ihrem Rücken stehen. Daher würden leider oft unproblematische Wölfe abgeschossen, bis der richtige erwischt würde.


Auch die gültige Rechtsprechung für die streng geschützten Wölfe brächte hier so manche Verzögerung mit sich.
Rüße sprach sich auf keinen Fall für die Ausrottung der Wölfe aus, aber für ein verträgliches Miteinander von Mensch und Wolf. Die Wolfsabkömmlinge vom Dackel bis zum Schäferhund seien schließlich die Lieblinge von uns Menschen.


Auf jeden Fall müsse den Haltern von Nutztieren eine bessere Unterstützung im Schutz vor den Wölfen zukommen.
Was die Landwirtschaft im Mittelgebirgsraum betrifft, so sagte Rüße, dass man die Landwirtschaft in den Mittelgebirgen anders betrachten müsse als die Landwirtschaft in der Soester Börde oder im Münsterland. Hier im Mittelgebirge würden die Böden bei weitem nicht so hoch mit Stickstoff belastet wie in den Gebieten mit großen Höfen und vielen Tieren.
Daher müssten landwirtschaftliche Verordnungen, wie die Gülleverordnung, an die Topografie angepasst werden. Nur so würde man den Bedingungen, unter denen die Höfe arbeiten müssten, gerecht. 


Ebenso sprach sich Norwich Rüße für eine bessere Vermarktung regionaler landwirtschaftlicher Produkte aus. Schulmensen, Kitas und öffentliche Kantinen sollten regional erzeugte Lebensmittel auf ihren Speiseplänen haben.
Das stärke die Landwirtschaft und die Gesundheit von Kindern und Erwachsenen. Auch Wert und Bedeutung der regional erzeugten Lebensmittel würden dadurch mehr ins Bewusstsein der Menschen gerückt.


Mancher Zuhörerin und manchem Zuhörer erschien das, was Norwich Rüße sagte, stellenweise nicht besonders GRÜN, es zeugte aber von großem Realitätssinn.



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